Manchmal fühlt sich das Leben schwer an, ohne dass wir genau sagen können, warum.
Wir sind müde. Reizbar. Innerlich unruhig. Und oft denken wir zuerst: Der Weg ist gerade einfach anstrengend.
Aber vielleicht ist es gar nicht der Weg.
Vielleicht ist es das Gepäck.
In der aktuellen Podcastfolge von Laufend Optimistisch geht es um genau dieses Bild: den Rucksack.
Und um die Frage, warum wir im Alltag so oft Lasten tragen, die eigentlich nicht unsere sind.
Eine Berghütte voller Rucksäcke

Stell dir vor, du kommst auf einer Berghütte an.
Du hast deine Wanderung geschafft, setzt dich, atmest durch.
Draußen vor der Hütte stehen viele Rucksäcke. Große, kleine, neue, abgewetzte. Die Ausrüstung anderer Menschen.
Und dann die einfache Frage:
Würdest du dir freiwillig einen dieser fremden Rucksäcke aufladen und ihn den Berg wieder hinuntertragen?
Ohne dass dich jemand darum gebeten hat.
Ohne dass jemand gesagt hat: Ich brauche Hilfe.
Wahrscheinlich nicht und trotzdem tun wir genau das im Alltag.
(Das Foto entstand im Österreich Urlaub im Sept. 2025)
Was wir alles in fremden Rucksäcken tragen
Fremde Rucksäcke bestehen selten aus etwas Greifbarem.
Meist sind sie gefüllt mit Dingen wie:
- Sorgen anderer Menschen
- immer wiederkehrenden Problemen
- emotionaler Verantwortung
- Erwartungen und Rollenbildern
- unausgesprochenen Aufgaben
Oft ist der Rucksack am Anfang klein.
Leicht. Kaum spürbar.
Und genau deshalb tragen wir ihn.
Mit der Zeit wird er schwerer.
Es kommt immer mehr dazu.
Und nichts geht mehr raus.
Man merkt es nicht sofort.
Erst irgendwann.
Wenn man müde wird.
Oder innerlich unruhig.
Helfen kann zur Gewohnheit werden
Viele Menschen, die fremde Rucksäcke tragen, sind hilfsbereit, empathisch und belastbar.
Sie hören zu.
Sie halten aus.
Sie denken mit.
Eine Zeit lang fühlt sich das sogar richtig an.
Man fühlt sich stark. Oder zumindest gebraucht.
Problematisch wird es dann, wenn sich nichts verändert.
Wenn dieselben Themen immer wieder auftauchen.
Wenn Probleme größer werden, aber nicht gelöst.
Dann tragen wir nicht mehr mit.
Dann tragen wir weiter.
Wenn Verantwortung nicht mehr dort liegt, wo sie hingehört
Manchmal geht es um Menschen, die in schwierigen Situationen feststecken.
Manchmal um Rollen, die sich jemand selbst auferlegt hat:
immer da sein, alles auffangen, alles lösen.
Und manchmal tragen wir nicht nur Sorgen, sondern auch Bewertungen.
Dafür, dass wir Pausen brauchen.
Freiräume.
Zeit für uns.
Auch das ist ein Rucksack.

Absetzen ist kein „im Stich lassen“
Ein zentraler Gedanke der Podcastfolge ist dieser:
Absetzen heißt nicht, jemanden im Stich zu lassen.
Absetzen heißt, Verantwortung zurückzugeben.
Vielleicht nimmt die andere Person ihren Rucksack wieder selbst auf?
Vielleicht merkt sie erst dann, wie schwer er ist?
Vielleicht wusste sie gar nicht, dass wir ihn getragen haben?
Verantwortung kann man nicht heimlich übernehmen.
Und Entlastung beginnt oft dort, wo etwas sichtbar wird.
Und wenn du den Rucksack noch nicht abstellen kannst
Nicht jeder Rucksack lässt sich sofort loslassen.
Manchmal wissen wir noch gar nicht, was eigentlich alles drin ist.
Dann kann es helfen, nicht abzusetzen, sondern hineinzuschauen.
Stück für Stück.
Was gehört da wirklich rein?
Und was eigentlich nicht?
Manchmal wird der Rucksack nicht leichter, weil wir ihn abstellen.
Sondern weil wir beginnen, etwas herauszunehmen.
Ganz langsam und in unserem eigenen Tempo.
Schau für dich, was im Moment möglich ist.
Ein Gedanke zum Jahresende
Vielleicht ist es nicht der Weg, der gerade so anstrengend ist.
Vielleicht ist es das Gepäck.
Das Jahresende ist für mich ein guter Moment, genau darüber nachzudenken:
Was trage ich noch, das mir nicht gehört?
Was darf bleiben?
Und was darf leichter werden oder was möchte ich loslassen?
Manches lässt sich allein klären, manches leichter im Gespräch.
Wenn du dir dafür Begleitung wünschst, findest du hier mehr zu meinem Coaching.
Wenn dich diese Folge begleitet oder etwas in dir angestoßen hat, freue ich mich sehr über dein Feedback.

