Manche Dinge vermisst man erst dann so richtig, wenn man sie nicht dabeihat. Genau so ging es mir bei unserem 77-Kilometer-Ultramarsch in Berlin . Wir waren rund 17 Stunden unterwegs, mussten selbst navigieren und ich habe mein Handy gefühlt hundertmal aus meiner kleinen Bauchtasche heraus- und wieder hineingefriemelt. Spätestens nachts war meine Begeisterung darüber eher überschaubar.
Heute bin ich schlauer. Und nicht nur beim Handy.
Auf meinen vielen langen Wanderungen und Märschen haben sich inzwischen ein paar kleine Ausrüstungsgegenstände herauskristallisiert, die für mich einen erstaunlich großen Unterschied machen.
Braucht man sie zwingend, um wandern zu gehen? Nein. Aber gerade wenn aus zehn Kilometern irgendwann 30, 50 oder sogar 100 werden, können kleine Details plötzlich ziemlich wichtig werden.
Drei dieser Helfer möchte ich dir heute zeigen: REELOQ, Wanderstöcke und Gamaschen.

Lieber anschauen?
Im Video zeige ich dir alle drei Wanderhelfer direkt im Einsatz und erzähle, warum sie auf langen Touren für mich so praktisch geworden sind.
Du planst selbst eine längere Wanderung?
Damit du beim Packen nicht jedes Mal bei null anfangen musst, habe ich meine wichtigsten Dinge für längere Touren in einer kostenlosen Packliste zusammengestellt.
Du kannst sie dir abspeichern, ausdrucken und vor deiner nächsten langen Wanderung einfach Punkt für Punkt durchgehen.
Deine ersten 30 bis 50 Kilometer stehen an?
Eine gute Packliste ist wichtig. Bei einer richtig langen Wanderung geht es aber um noch einiges mehr.
In meinem Erfahrungsratgeber „50 Kilometer wandern: Was ich gerne vorher gewusst hätte“ habe ich die Dinge gesammelt, die ich vor meinem ersten langen Marsch selbst gerne gewusst hätte.
Darin geht es unter anderem um Vorbereitung, Schuhe und Socken, Blasen, Essen und Trinken unterwegs, Pausen, Ausrüstung sowie um die Momente, in denen Kopf und Beine plötzlich keine große Lust mehr haben.
Kein perfekter Masterplan, sondern meine Erfahrungen und praktische Tipps aus vielen langen Kilometern.
1. REELOQ: Endlich kein Handy-Gefriemel mehr
Fangen wir mit genau dem Helfer an, den ich mir damals in Berlin wirklich gewünscht hätte: meiner Handysicherung von REELOQ.
Gerade auf langen Wanderungen benutze ich mein Handy ständig. Ich navigiere, schaue auf die Strecke, mache Fotos oder nehme unterwegs kleine Videos auf.
Gleichzeitig möchte ich das Handy nicht permanent in der Hand tragen. Und jedes Mal die Bauchtasche oder irgendein anderes Fach aufzumachen, das Handy herauszuholen und anschließend wieder hineinzufriemeln, verliert spätestens nach einigen Stunden deutlich an Charme.

Das REELOQ wird am Rucksack befestigt. Das Handy bleibt über das ausziehbare Sicherungsseil verbunden und ist dadurch schnell griffbereit.
Ich kann einen Blick auf die Navigation werfen, ein Foto oder Video aufnehmen und das Handy anschließend wieder verstauen. Gleichzeitig bleiben meine Hände frei.
Das klingt zunächst nach einem ziemlich kleinen Detail. Nach vielen Stunden unterwegs sind es für mich aber genau solche Kleinigkeiten, die das Wandern angenehmer machen.
Mein Fazit: Nicht lebensnotwendig. Aber nachdem ich mich einmal daran gewöhnt habe, möchte ich auf langen Touren nur sehr ungern wieder ohne losgehen.
2. Wanderstöcke: viel mehr als eine Hilfe am Berg
Nummer zwei sind meine Wanderstöcke. Oder, wie wir in Bayern sagen würden: meine Stecken.
Ich nehme sie auf langen Wanderungen fast immer mit, benutze sie aber nicht zwangsläufig vom ersten Kilometer an.
Deshalb ist mir wichtig, dass sie leicht und klein zusammenfaltbar sind. Solange ich sie nicht brauche, verschwinden sie am oder im Rucksack. Wenn die Beine müder werden oder das Gelände anspruchsvoller wird, kommen sie zum Einsatz.

Besonders schätze ich meine Stöcke aus mehreren Gründen:
- Mehr Stabilität: Auf unebenem Untergrund und besonders nachts geben mir die Stöcke zusätzliche Sicherheit.
- Unterstützung auf langen Strecken: Arme und Oberkörper können aktiv mitarbeiten und gerade bei sehr langen Touren empfinde ich das als angenehm.
- Rhythmus: Gerade auf langen Asphaltpassagen sind die Stöcke für mich fast wie ein Taktgeber. Wenn die Kilometer zäh werden, hilft mir dieser gleichmäßige Bewegungsablauf enorm.
Außerdem habe ich persönlich das Gefühl, dass meine Hände beim Gehen mit Stöcken weniger schnell unangenehm anschwellen. Auch deshalb greife ich auf langen Strecken gerne darauf zurück.
Braucht man Wanderstöcke für jede Wanderung? Natürlich nicht. Für mich gehören sie bei sehr langen Touren trotzdem fest zur Ausrüstung.
3. Gamaschen: ein ziemlich unterschätzter Wanderhelfer
Wenn wir mit Gamaschen unterwegs sind, werden wir erstaunlich oft darauf angesprochen. Denn viele Menschen verbinden Gamaschen vor allem mit Winter, Schnee oder schlechtem Wetter.
Ich trage sie aus einem ganz anderen Grund: Ich möchte möglichst wenig Dreck und kleine Steinchen im Schuh haben.

Auf einer kurzen Runde ist ein Steinchen im Schuh hauptsächlich nervig. Auf 50 Kilometern oder mehr kann daraus irgendwann ein echtes Problem werden.
Fremdkörper im Schuh können zusätzliche Reibung verursachen. Und genau diese unnötige Reibung möchte ich an meinen Füßen auf langen Strecken möglichst vermeiden.
Dazu kommt ein ganz praktischer Vorteil: Wenn weniger im Schuh landet, muss ich auch seltener anhalten, Schuhe ausziehen, alles ausschütteln und anschließend wieder loslaufen.
Ich habe inzwischen unterschiedliche Modelle ausprobiert. Manche Gamaschen zieht man an, bevor man in die Schuhe schlüpft. Andere Modelle lassen sich später einfach über den bereits angezogenen Schuh kletten.
Welche Variante besser ist? Für mich ist das vor allem Geschmackssache. Ich habe beide Varianten und komme mit beiden gut zurecht.
Wichtig: Natürlich verhindern Gamaschen nicht automatisch Blasen. Passende Schuhe und Socken, Feuchtigkeit, Druckstellen und weitere Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Sie können aber dabei helfen, eine zusätzliche und vermeidbare Reibungsquelle im Schuh zu reduzieren.
Über meine Erfahrungen mit Gamaschen habe ich schon ausführlicher geschrieben: Warum wir nie ohne Gamaschen losgehen .
Kleine Helfer, großer Unterschied
REELOQ, Wanderstöcke und Gamaschen machen aus einer langen Wanderung natürlich keine mühelose Spazierfahrt. Für mich lösen sie aber drei ganz konkrete Probleme, die mir auf vielen Kilometern immer wieder begegnet sind.
Genau danach suche ich inzwischen bei meiner Ausrüstung: nicht nach möglichst vielen Gadgets, sondern nach Dingen, die unterwegs tatsächlich einen Zweck erfüllen.
Denn spätestens nach vielen Stunden und vielen Kilometern merkt man ziemlich schnell, ob etwas wirklich praktisch ist oder einfach nur zusätzliches Gewicht im Rucksack.
Und vielleicht ist genau das auch mein wichtigstes Learning aus all den langen Wanderungen: Du brauchst nicht möglichst viel Ausrüstung. Du brauchst die Dinge, die für dich und deine Tour wirklich funktionieren.
Und wie sieht das Ganze auf 100 Kilometern aus?
Wenn du wissen möchtest, wie es mir auf einer richtig langen Strecke ergangen ist, dann komm gerne noch ein Stück mit:
100 Kilometer in 24 Stunden: Mein Finish beim Großen Schlackenmarsch 2025
Jetzt bin ich neugierig: Was ist dein persönlicher Wanderhelfer, ohne den du auf einer langen Tour nicht mehr losgehen möchtest?
Schreib es gerne unten in die Kommentare. Vielleicht entdecken wir dabei noch das eine oder andere unterschätzte Helferlein.
Noch nicht gepackt? Hier geht’s nochmal zu meiner kostenlosen Packliste.
Für mehr Freude an Bewegung.

