Eine halbe Stunde laufen. Und ein Kopf voller schlechtem Gewissen.

Hallo Laufliebe,

damals dachte ich wirklich, ich wäre eine schlechte Mutter, wenn ich eine halbe Stunde laufen gehe und meinen Sohn allein daheim lasse. Dabei wollte ich einfach etwas für mich tun.

Aber in meinem Kopf war ordentlich was los: Ich bin viel zu unfit. Wann soll ich das jetzt auch noch machen? Wie fange ich überhaupt an? Und darf ich mir diese Zeit nehmen, wenn mein Sohn daheim ist?

Heute gehört Bewegung seit sechs Jahren mit Freude zu meinem Alltag. Dass ausgerechnet mein Sohn damals einen meiner größten Knoten im Kopf gelöst hat, hätte ich vorher wohl nicht gedacht.

Jetzt möchte ich wieder mehr laufen. Und ich nehme dich dabei mit.

Mein Halbmarathon-Vlog startet

In den letzten zwei Jahren bin ich sehr wenig gelaufen. Mein nächster Halbmarathon wäre deshalb der erste seit zweieinhalb Jahren.

Mein Ziel ist, mit Freude anzukommen. Gehpausen plane ich von Anfang an fest ein. Und wenn ich während der Vorbereitung merke, dass die Halbmarathondistanz gerade zu groß ist, werde ich mein Ziel anpassen und über 10 Kilometer starten.

Ehrgeiz UND Vernunft. Gehpausen inklusive.

In den nächsten Wochen zeige ich dir, was klappt, wo ich umplanen muss und wie mein Training in meinen Alltag passt. Auch die Videos entstehen dann, wenn es gerade reinpasst. Das Auftaktvideo habe ich zum Beispiel auf der Hunderunde aufgenommen.

Hier erzähle ich dir, wie ich zum Laufen gekommen bin und welche Gedanken mich damals fast davon abgehalten hätten:

Das Auftaktvideo direkt auf YouTube ansehen

Ein schlauer kleiner Kerl und mein schlechtes Gewissen

Als ich mit dem Laufen angefangen habe, war ich auf der Suche nach einem passenden Zeitfenster. Irgendwann stand eine Laufeinheit am Nachmittag an.

Mein Sohn war damals neun oder zehn. Ganz genau weiß ich es nicht mehr. Ich fragte ihn, ob es für ihn ein Problem wäre, wenn ich eine halbe Stunde laufen gehe.

Er schaute mich ziemlich entgeistert an.

Wenn ich mit dem Hund eine Runde gehe, sei ich doch auch manchmal eine halbe Stunde weg. Dann dürfe er fernsehen, also würden wir beide gewinnen. Und überhaupt könne ich ruhig trainieren gehen. Schließlich fahre ich ihn ja auch zu seinem Training.

Schlauer kleiner Kerl.

Dieses Gespräch hat bei mir tatsächlich etwas verändert. Warum hatte ich mir eigentlich so ein schlechtes Gewissen eingerichtet? Von ihm kam es jedenfalls nicht. Das war auf meinem eigenen Mist gewachsen.

Rückblickend war dieser Gedanke für meine damalige Situation Quatsch. Trotzdem war er da und hat es mir schwer gemacht, mir Zeit für mich zu nehmen.

Vielleicht kennst du das auch. Du möchtest etwas für dich tun und hast im Kopf schon eine ganze Liste mit Gründen, warum jetzt doch wieder jemand oder etwas anderes wichtiger ist.

Genau deshalb erzähle ich diese Geschichte. Weil solche Gedanken uns ziemlich ausbremsen können, auch wenn wir sie selten laut aussprechen.

Was mir beim Einstieg ins Laufen geholfen hat

Zum Laufen bin ich über einen Onlinekurs gekommen. Damals war ich eher Couchpotato als Sportskanone und froh über die Struktur.

Der Kurs half mir, die Grundlagen zu verstehen: Wie oft trainiere ich? Wie steigere ich mich langsam? Welche Einheiten sind sinnvoll? Und warum muss ich dafür nicht jeden Tag laufen?

Zwei Dinge waren für mich besonders wichtig:

Gehpausen sind völlig okay.

Beim Anfangen, beim Wiedereinstieg oder nach einer Pause. Diese Erkenntnis hat mir damals unglaublich geholfen. Und sie begleitet mich auch jetzt wieder.

Mich mit anderen zu vergleichen, bringt mich nicht weiter. Manchmal gilt das auch für den Vergleich mit meinem früheren Ich. Was ich vor ein paar Jahren gelaufen bin, sagt mir nicht automatisch, was heute für mich passt.

Ich darf schauen, wo ich gerade stehe, und von dort aus anfangen.

Jasmin im schwarzen Laufoutfit auf einem Waldweg zu Beginn ihrer Laufgeschichte
Ganz am Anfang meiner Laufgeschichte. Damals hatte ich noch ziemlich viele Gedanken im Kopf und keine Ahnung, wohin mich dieser Weg einmal führen würde.

Mein Zeitfenster war früh morgens

Ich habe relativ schnell festgestellt, dass ich am liebsten in der Früh trainiere. Frühaufsteherin war ich schon als Kind.

Damals lief ich oft gegen fünf Uhr morgens. Die Familie schlief noch, und bevor ich in die Arbeit ging, hatte ich mein Training schon geschafft.

Ja, das ist sehr früh. Und natürlich bedeutete es auch, entsprechend früh ins Bett zu gehen.

Für mich hat es funktioniert. Ich war glücklich und zufrieden, weil ich etwas getan hatte, das mir wichtig war. Außerdem konnte mir später am Tag nichts mehr dazwischenkommen.

Zu dieser Zeit trainierte ich dreimal in der Woche. Eine Einheit fiel meist auf einen Homeoffice-Tag, an dem es für mich etwas einfacher war.

Das ist mein Rezept. Ob deins morgens, mittags oder abends besser funktioniert, darfst du für dich herausfinden.

Vielleicht kannst du trotzdem eine Idee mitnehmen: Es lohnt sich, verschiedene Zeitfenster auszuprobieren.

Am Anfang waren schon fünf Kilometer unvorstellbar

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie unüberwindbar lang sich fünf Kilometer am Anfang angefühlt haben.

Jasmin mit pinker Weste bei ihrem ersten 5-Kilometer-Lauf im März 2020
Mein erster 5-Kilometer-Lauf im März 2020. Eine Strecke, die mir am Anfang unvorstellbar lang vorkam. Und dann war ich selbst unterwegs.

Mit jedem Training habe ich erlebt, dass ich Dinge schaffen kann, die ich vorher für unmöglich gehalten hatte. Und mit diesen Erfahrungen ist auch mein Selbstvertrauen gewachsen.

Ich konnte selbst etwas dafür tun, dass mir etwas gelingt. Auch wenn ich es mir zu Beginn noch nicht vorstellen konnte.

Laufen hat mir außerdem geholfen, meinen Kopf freizubekommen und meine Gedanken zu sortieren. Während meiner einjährigen Fortbildung war das für mich besonders wertvoll.

Aus dem Wunsch, fitter zu werden, ist mit der Zeit viel mehr geworden.

Mein Warum hat sich verändert

Als ich angefangen habe, wollte ich vor allem abnehmen und ein bisschen fitter werden.

Heute möchte ich auch mit 80 noch fit sein. Ich möchte Abenteuer erleben, unterwegs sein und dafür sorgen, dass mein Körper und mein Kopf in Bewegung bleiben.

Und falls ich irgendwann Enkelkinder bekomme, möchte ich sie hochheben können.

Ich habe Vorbilder, die auch im höheren Alter aktiv sind und solche Abenteuer erleben. Das wünsche ich mir ebenfalls.

Was ich selbst erfahren habe: Bewegung tut auch meinem Kopf gut. Sie hilft mir, Gedanken zu sortieren, und hat verändert, was ich mir zutraue.

Mein Körper ist stark. Er hat mich schon über viele Distanzen getragen. Dafür bin ich stolz und dankbar. Für jede Minute, in der ich mich bewegen kann.

Was daraus noch entstanden ist

Auf diesem Weg ist auch „Laufend Optimistisch“ entstanden.

Ich habe meinen Traum vom Marathonfinish vor dem Besenwagen erfüllt, den Podcast und den Blog gegründet und mir die Weiterbildung zur Female Performance Coach gegönnt.

Als ich am Anfang vor meinen gefühlt unmöglichen fünf Kilometern stand, war all das noch weit weg.

Heute wünsche ich mir hier eine Community, in der wir jeden Kilometer und jede Minute Bewegung feiern.

Vielleicht möchtest du überhaupt erst anfangen. Vielleicht traust du dich zum ersten Mal an eine Startlinie. Vielleicht hast du eine persönliche Bestzeit im Blick.

Ich freue mich über Bewegungsgeschichten und Erfolge in ganz unterschiedlichem Tempo. Und darüber, wenn wir uns gegenseitig Mut machen, etwas auszuprobieren.

Kommst du mit?

Mehr über mein Ziel und den Rahmen der Vorbereitung erfährst du in meinem Beitrag „Ich habe wieder Lust zu laufen: 11 Wochen Richtung Halbmarathon“ .

Wie meine Laufliebe begonnen hat, erzähle ich auch in meiner allerersten Podcastfolge: „Wie ich die Laufliebe gefunden habe oder sie mich“ . Wenn du lieber zuhörst, findest du dort meine Geschichte zum Anhören.

Wenn du mich in den nächsten Wochen begleiten möchtest, abonniere gerne meinen YouTube-Kanal. Ich freue mich auf dich!

Laufend Optimistisch auf YouTube

Was hält dich noch davon ab, mit dem Laufen anzufangen? Oder welches Thema rund um meine Halbmarathonvorbereitung interessiert dich? Schreib mir gerne in die Kommentare. Ich freue mich, von dir zu lesen.

Laufend optimistisch eben.

Deine Jasmin

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