Ich habe Lust zu laufen. Richtig Lust sogar.
Nach all den Wanderkilometern der vergangenen Jahre zieht es mich zurück zu einer festen Laufroutine. Nicht, weil ich das Wandern plötzlich weniger liebe. Das wäre ja Quatsch. Ich möchte einfach wieder regelmäßiger laufen und herausfinden, was in den kommenden elf Wochen möglich ist.
Ein Ziel steht bereits im Kalender: das X-MAS Lauf Festival im Fränkischen Seenland am 13. Dezember 2026.
Mein Wunsch sind die 21 Kilometer. Gleichzeitig weiß ich heute besser als früher, dass ein Ziel groß sein darf, ohne starr zu werden. Läuft die Vorbereitung gut und bleibe ich gesund, starte ich beim Halbmarathon. Sollte ich unterwegs merken, dass die Strecke noch zu viel ist, ändere ich auf 10 Kilometer.
Halbmarathon UND die Freiheit, unterwegs eine kluge Entscheidung zu treffen.

Wohin soll die Reise gehen?
X-MAS Lauf Festival 2026
Datum: 13. Dezember 2026
Start und Ziel: San Shine Camp in Absberg
Strecken: Halbmarathon über 21 Kilometer oder 10 Kilometer
Zeitlimit Halbmarathon: 5 Stunden
Untergrund: Wald-, Wander- und Asphaltwege rund um den Großen Brombachsee
Fünf Stunden Zeitlimit geben mir die Möglichkeit, den Halbmarathon mit geplanten Gehpausen anzugehen. Ich muss also niemandem beweisen, dass ich jeden einzelnen Meter durchlaufen kann. Mein Ziel ist, gesund und mit einem guten Gefühl anzukommen.
Laufen UND Gehen. Ehrgeiz UND Vernunft. Ein großes Ziel UND viele kleine Schritte dorthin.
Ich glaube an das UND. Gerade bei dieser Vorbereitung.
Vom vielen Wandern zurück zum regelmäßigen Laufen
Seit meinem Marathon-Finish in Hamburg sind mehr als zwei Jahre vergangen. Untätig war ich in dieser Zeit ganz sicher nicht. Ich bin viel gewandert, habe lange Distanzen bewältigt und unterwegs einiges über mich gelernt.
Trotzdem ist Wandern nicht Laufen. Mein Körper kennt lange Belastungen, muss sich aber erst wieder an regelmäßige Laufeinheiten gewöhnen. Genau dort stehe ich gerade.
Bei meinem letzten großen Vorhaben wurden aus geplanten 100 Kilometern am Ende 61. Die Entscheidung aufzuhören war nicht leicht. Sie war trotzdem richtig. Was ich daraus mitgenommen habe, kannst du in meinem Beitrag „61 statt 100 km und warum Aufhören kein Aufgeben ist“ lesen.
Ein früheres Finish macht die nächste Herausforderung nicht automatisch leicht. Gleichzeitig nimmt ein verfehltes Ziel nichts von dem, was auf dem Weg dorthin passiert ist.


Mein Training muss in mein Leben passen
Ich arbeite, habe Familie, Buddy, Haushalt und natürlich Laufend Optimistisch. Mein Alltag besteht nicht nur aus Training, Essen und Regeneration. Ein Plan, der so tut, als wäre das anders, wird für mich nicht lange funktionieren.
Deshalb soll die Vorbereitung fordern, aber nicht überfordern. Zwei Einheiten Krafttraining pro Woche bleiben gesetzt. Dazu kommen meine Läufe, Spaziergänge, Yoga oder andere Bewegung, wenn es zeitlich passt. Genauso fest gehören Ruhetage dazu.
Manche Wochen werden genau nach Plan laufen. Andere werden einen Elternabend, einen vollen Arbeitstag, schlechtes Wetter oder einfach Müdigkeit mitbringen. Dann muss sich der Plan bewegen können und nicht ich mich irgendwie dazwischenquetschen.
Kontinuität bedeutet für mich nicht, elf Wochen lang alles perfekt abzuhaken. Es bedeutet, nach einer Änderung, einem Ruhetag oder einer anstrengenden Woche wieder einzusteigen.
Ich möchte nicht möglichst viel Training in mein Leben pressen. Ich möchte so trainieren, dass Bewegung ein guter Teil meines Lebens bleibt.
Gehpausen gehören von Anfang an dazu
Meine Gehpausen beginnen nicht erst dann, wenn gar nichts mehr geht. Ich plane sie bewusst ein. So kann ich die Laufabschnitte sauber laufen, mich zwischendurch sammeln und die Belastung nach und nach steigern.
Einen Lauf mit Gehpausen kleinerzureden, passt nicht mehr zu mir. Jeder Laufkilometer zählt. Jede Gehpause zählt ebenfalls, wenn sie mir hilft, gesund weiterzumachen.
Ich trainiere nicht dafür, mich möglichst lange durch eine Einheit zu kämpfen. Ich möchte lernen, mich über längere Zeit gut zu bewegen und dabei rechtzeitig zu merken, was mein Körper braucht.
Meine Garage wird wieder zur Laufstrecke
Gerade am frühen Morgen ist es inzwischen dunkel. Später kommen wahrscheinlich Regen, Kälte und glatte Wege dazu. Für solche Tage steht mein Laufband in der Garage bereit.
Frische Luft und trotzdem geschützt. Keine Anfahrt. Keine Ausrede wegen der Dunkelheit. Für mich ist das ein ziemlich perfekter Match.
Natürlich laufe ich auch draußen. Das Laufband ersetzt die Wege in der Natur nicht. Es hilft mir aber dabei, meine Einheiten regelmäßig unterzubringen. Und genau darauf kommt es in den nächsten Wochen an.
Mehr über meine durchaus spezielle Laufbandliebe findest du in „Ich laufe nur auf dem Laufband“ .
Was ich 2023 auf die harte Tour gelernt habe
Im Herbst 2022 wurde mir die Gallenblase entfernt. Schon im April 2023 wollte ich in Hamburg einen Halbmarathon laufen. Ich stieg zu früh und zu schnell wieder ins Training ein, bekam immer wieder Infekte und konnte am Ende nicht starten.
Hartes Lehrgeld.
Damals wollte ich möglichst schnell zurück. Heute möchte ich vor allem gesund bleiben. Ich höre genauer hin, nehme Warnsignale ernst und weiß, dass ein zusätzlicher Ruhetag manchmal mehr bringt als eine Einheit, die ich unbedingt noch irgendwie durchziehen möchte.
Obwohl ich das weiß, fällt mir Ruhe nicht immer leicht. Ehrgeiz verschwindet schließlich nicht einfach, nur weil man ein paar Erfahrungen gesammelt hat. Ich gehe inzwischen nur anders damit um.
Ehrgeizig UND entspannter. Ja, das passt zusammen.
Schon früher habe ich darüber geschrieben, warum Erholung kein verlorener Trainingstag ist: „Die April-Challenge: Ruhetage sind wichtig“ .
Halbmarathon oder 10 Kilometer?
Die Antwort muss ich heute noch nicht kennen.
In den nächsten elf Wochen schaue ich nicht nur auf Kilometer und Pace. Mindestens genauso wichtig sind meine Gesundheit, die Erholung nach den Einheiten und die Frage, ob mir das Laufen weiterhin Freude macht.
Entwickelt sich alles gut, werden es am Brombachsee 21 Kilometer. Zeigt mir mein Körper, dass die Vorbereitung nicht reicht oder bleibe ich zwischendurch gesundheitlich nicht stabil, laufe ich 10 Kilometer.
Dann laufe ich 10 Kilometer. Punkt.
Das wäre kein Scheitern und auch keine Ausrede. Es wäre die passende Entscheidung für den Weg, der bis dahin tatsächlich hinter mir liegt.
Ich muss heute noch nicht wissen, wie weit mein Weg führen wird.
Ich darf einfach anfangen.
Der Halbmarathon-Vlog startet
Meine Vorbereitung begleite ich mit einem wöchentlichen Vlog auf YouTube. Die erste Folge erscheint im Laufe der nächsten Woche, wenn die ersten Trainingstage hinter mir liegen.
Ich nehme dich mit zu meinen Laufeinheiten, ins Krafttraining und wahrscheinlich auch zu der einen oder anderen Planänderung. Es wird gute Tage geben, müde Beine, Gehpausen, Ruhetage, Zweifel und hoffentlich ganz viel Freude am Laufen.
Keine perfekte Vorbereitung für die Kamera. Sondern echte Wochen aus meinem echten Alltag.
Was hat funktioniert? Wo musste ich umplanen? Wie reagiert mein Körper? Und bleibt der Halbmarathon das passende Ziel?
Genau das möchte ich Woche für Woche zeigen.
Wenn du mich auf diesem Weg begleiten möchtest, findest du den Vlog auf meinem YouTube-Kanal.
Laufend Optimistisch auf YouTubeLos geht’s
Elf Wochen liegen vor mir. Ich weiß noch nicht, wie jede einzelne davon aussehen wird. Ich weiß auch noch nicht, welche Strecke am 13. Dezember auf meiner Startnummer stehen wird.
Was ich weiß: Ich habe Lust zu laufen. Ich möchte wieder regelmäßig trainieren, kräftiger werden und meinem Körper die Zeit geben, die er dafür braucht.
Große Ziele dürfen sich unterwegs verändern. Kleine Schritte bleiben trotzdem Schritte in die richtige Richtung.
Laufend optimistisch eben.
Hast du schon einmal ein großes Ziel verändert, weil es unterwegs die klügere Entscheidung war? Oder trainierst du gerade selbst für einen Lauf? Erzähl mir gerne davon in den Kommentaren.

