Deine erste Wanderveranstaltung: Diese Fragen solltest du vor dem Start klären

Du hast dich für deinen ersten Mammutmarsch, Wandermarathon oder eine andere längere Wanderveranstaltung angemeldet?

Dann darfst du dich erst einmal darauf freuen. Und gleichzeitig lohnt es sich, vor dem Veranstaltungstag ein paar Dinge zu klären.

Denn eines habe ich bei meinen bisherigen Märschen gelernt: Nur weil zwei Veranstaltungen über 30, 50 oder sogar 100 Kilometer gehen, müssen sie längst nicht gleich ablaufen.

Ich war inzwischen unter anderem beim Mammutmarsch, Megamarsch, Ironwalk, Schlackenmarsch, Ultramarsch und bei verschiedenen Veranstaltungen von Seenland Events unterwegs. Mal war die Strecke gut ausgeschildert, mal spielte die eigene Navigation eine deutlich größere Rolle. Es gab Veranstaltungen mit Zeitmessung und andere ganz ohne. Auch bei Verpflegung, Startunterlagen und dem, was dich im Ziel erwartet, gibt es große Unterschiede.

Damit du vor deiner ersten Wanderveranstaltung nicht erst am Start feststellst, dass dir eine wichtige Information fehlt, habe ich dir hier die Fragen zusammengestellt, die ich inzwischen vor jedem längeren Marsch klären würde.

Startbereich einer Wanderveranstaltung von Seenland Events
Schon vor dem Start lohnt es sich zu wissen, was dich organisatorisch erwartet.

Schnell-Check: Weißt du das vor deinem Start?

Wenn du diese Fragen beantworten kannst, bist du organisatorisch schon ziemlich gut vorbereitet:

  • Wo genau sind Start und Ziel?
  • Wann ist mein Startfenster und wie früh sollte ich dort sein?
  • Ist die Strecke ausgeschildert oder muss ich selbst navigieren?
  • Wie viele Höhenmeter und welchen Untergrund hat die Strecke?
  • Wo liegen die Verpflegungsstationen und wie weit sind sie voneinander entfernt?
  • Was muss ich selbst an Essen und Getränken mitnehmen?
  • Gibt es Pflichtausrüstung?
  • Brauche ich einen eigenen Becher oder Behälter?
  • Gibt es eine Zeitmessung oder Cut-off-Zeiten?
  • Bin ich möglicherweise im Dunkeln unterwegs?
  • Was passiert, wenn ich abbrechen muss?
  • Wie komme ich nach dem Ziel wieder zum Auto, Bahnhof oder Hotel?

Du bist noch unsicher, was überhaupt in deinen Rucksack gehört? Meine kostenlose Packliste für Wanderungen von 30 bis 50 Kilometern findest du hier.

Lieber anschauen statt lesen?

In meinem Video zeige ich dir, wie eine Wanderveranstaltung vom Start über Navigation und Verpflegungsstationen bis zum Ziel typischerweise abläuft und welche Unterschiede ich bei verschiedenen Veranstaltern erlebt habe.

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1. Wo genau sind Start und Ziel?

Klingt banal. Ist es aber nicht.

Prüfe nicht nur die Adresse des Starts, sondern auch, wo sich das Ziel befindet. Start und Ziel müssen nämlich nicht zwangsläufig am selben Ort liegen.

Und dann kommt eine Frage, die morgens noch völlig unwichtig erscheint: Wie weit ist es vom Ziel zurück zum Auto oder Bahnhof?

Zwei Kilometer Fußweg wirken vor einer Veranstaltung lächerlich kurz. Nach 50 Kilometern können dieselben zwei Kilometer plötzlich erstaunlich lang werden.

Zielbereich beim Mammutmarsch
Im Ziel angekommen bedeutet nicht automatisch, dass dein Weg für diesen Tag schon beendet ist.

2. Wann darf oder muss ich starten?

Viele Wanderveranstaltungen arbeiten mit festen Startzeiten, Startblöcken oder Zeitfenstern.

Schau deshalb vorher nach, wann du tatsächlich starten darfst und wie lange vorher du am Veranstaltungsgelände sein solltest.

Ich plane inzwischen lieber etwas mehr Zeit ein. Parkplatz suchen, zum Start laufen, Toilette, Wasser auffüllen, Unterlagen abholen und vielleicht noch kurz die Ausrüstung sortieren dauern schnell länger als gedacht.

3. Was passiert beim Check-in?

Auch das kann je nach Veranstalter völlig unterschiedlich aussehen.

Du bekommst beispielsweise eine Startnummer, ein Teilnehmerarmband, eine Stempelkarte oder einen Chip beziehungsweise Transponder. Bei anderen Veranstaltungen gibt es einen GPS-Tracker oder lediglich eine digitale Registrierung.

Deshalb lohnt sich vorher ein Blick in die Teilnehmerinformationen: Was musst du selbst mitbringen und was bekommst du vor Ort?

Startnummer bei einer Wanderveranstaltung
Startnummer, Chip, Tracker oder Stempelkarte: Auch die Teilnehmererfassung unterscheidet sich.

4. Gibt es überhaupt eine Zeitmessung?

Nicht jede Wanderveranstaltung ist ein Wettkampf.

Bei manchen Veranstaltungen wird deine Zeit mit Chip oder Transponder erfasst und später in einer Ergebnisliste veröffentlicht. Bei anderen spielt die offizielle Zeit überhaupt keine Rolle.

Wenn du dir selbst eine bestimmte Zielzeit gesetzt hast, solltest du trotzdem prüfen, ob es unterwegs Cut-off-Zeiten gibt oder bis wann du spätestens im Ziel sein musst.

5. Ist die Strecke ausgeschildert?

Eine der wichtigsten Fragen überhaupt:

Verlass dich nicht darauf, dass eine organisierte Wanderveranstaltung automatisch vollständig ausgeschildert ist.

Je nach Veranstalter findest du Pfeile, Schilder oder Markierungsbänder. Bei anderen Veranstaltungen musst du dich stärker oder sogar hauptsächlich mit einer GPX-Datei orientieren.

Markierungspfeile auf der Strecke einer Wanderveranstaltung
Manchmal ist der Weg eindeutig markiert. Darauf verlassen solltest du dich trotzdem nicht bei jeder Veranstaltung.

Und noch etwas: Nur weil zehn Menschen vor dir rechts abbiegen, bedeutet das nicht automatisch, dass rechts richtig ist.

Ich würde deshalb immer selbst wissen wollen, wo meine Strecke entlangführt.

6. Habe ich die GPX-Datei wirklich einsatzbereit?

Wenn die Navigation über GPX erfolgt, würde ich die Datei nicht erst morgens auf dem Parkplatz herunterladen.

Lade sie vorher auf dein Handy, deine Uhr oder die App deiner Wahl, speichere gegebenenfalls eine Offlinekarte und probiere aus, ob du damit tatsächlich navigieren kannst.

Und gerade bei längeren Veranstaltungen gehört für mich noch eine weitere Frage dazu: Wie lange hält mein Akku?

Wenn Smartphone oder Uhr deine Navigation übernehmen, kann eine Powerbank wichtiger werden als irgendein zusätzlicher Snack.

7. Wie viele Höhenmeter und welchen Untergrund hat die Strecke?

50 Kilometer sind nicht automatisch 50 Kilometer.

Eine überwiegend flache Strecke auf befestigten Wegen fühlt sich anders an als dieselbe Distanz mit vielen Höhenmetern, Waldwegen, Wurzeln, Treppen oder längeren Anstiegen.

Schau dir deshalb neben der Kilometerzahl auch das Höhenprofil und möglichst den Untergrund an.

Und versteife dich nicht auf jeden einzelnen Höhenmeter in der Planung. Ich habe selbst schon erlebt, dass die vorherige Routenangabe und die tatsächlich aufgezeichneten Höhenmeter am Ende nicht ganz übereinstimmten.

8. Bin ich möglicherweise im Dunkeln unterwegs?

Bei längeren Veranstaltungen kann aus einer Wanderung am Tag irgendwann eine Nachtwanderung werden.

Nachtwandern ist nicht einfach Tageswandern mit Licht.

Wurzeln, Treppen, Unebenheiten und Wegmarkierungen sind schwieriger zu erkennen. Dazu kommt, dass nach vielen Stunden unterwegs auch die Konzentration nachlässt.

Wandern in der Dunkelheit mit Stirnlampe bei einer langen Wanderveranstaltung
Wenn deine Veranstaltung bis in die Nacht dauern kann, sollte deine Stirnlampe vorher getestet sein.

Prüfe deshalb, wann es dunkel wird, ob eine Stirnlampe Pflicht ist und ob Akku beziehungsweise Batterien für deine geplante Zeit ausreichen.

9. Wo liegen die Verpflegungsstationen?

Schau nicht nur nach, ob es Verpflegungsstationen gibt.

Schau vor allem, wie weit sie auseinanderliegen.

20 Kilometer bis zur nächsten Station können je nach Tempo mehrere Stunden bedeuten. Entsprechend musst du genug Wasser und Verpflegung für diesen Abschnitt dabeihaben.

Verpflegungsstation bei einer Wanderveranstaltung
Verpflegungsstationen sind wichtige Orientierungspunkte. Entscheidend ist aber auch der Abstand zwischen ihnen.

10. Was gibt es an den Verpflegungsstationen?

Auch hier ist die Bandbreite groß.

Je nach Veranstaltung findest du Wasser, Iso, Obst, Brot, Kuchen, salzige Snacks, Süßigkeiten, Suppe, Kaffee oder warme Mahlzeiten.

Verpflegung mit Brot und Aufstrich bei einer Wanderveranstaltung
Von einfacher Zwischenverpflegung bis zu umfangreichen Buffets ist vieles möglich.

Bei anderen Veranstaltungen fällt das Angebot deutlich einfacher aus.

Und selbst wenn theoretisch reichlich Essen vorhanden ist, heißt das noch lange nicht, dass dein Magen nach 30 oder 40 Kilometern genau darauf Lust hat.

Deshalb habe ich zusätzlich immer Verpflegung dabei, von der ich weiß, dass ich sie unterwegs vertrage.

Warme Verpflegung mit Hotdog bei einer Wanderveranstaltung
Manchmal wartet sogar warme Verpflegung. Plane trotzdem nicht damit, dass du überall dasselbe bekommst.

11. Brauche ich einen eigenen Becher oder eine Schüssel?

Manche Veranstalter verzichten aus Nachhaltigkeitsgründen auf Einweggeschirr.

Dann musst du eventuell einen eigenen Becher, Thermobecher oder sogar eine kleine Schüssel dabeihaben.

Das ist genau die Sorte Information, die man lieber am Abend vorher als an der ersten Verpflegungsstation entdeckt.

12. Gibt es Toiletten?

Ja, auch diese Frage gehört zur Vorbereitung.

Häufig findest du Toiletten am Start, an Verpflegungsstationen und im Ziel. Dazwischen kann es allerdings längere Abschnitte ohne entsprechende Möglichkeit geben.

Gerade bei einer langen Strecke lohnt sich deshalb ein Blick in den Streckenplan oder die Veranstaltungsinformationen.

13. Welche Ausrüstung ist Pflicht?

Nicht jeder Veranstalter schreibt dieselbe Ausrüstung vor.

Je nach Veranstaltung können beispielsweise Stirnlampe, Warnweste, Rettungsdecke, Trinkbehälter, Mobiltelefon oder ein eigener Becher vorgeschrieben sein.

Deshalb würde ich meine eigene Packliste immer noch einmal mit den konkreten Vorgaben des Veranstalters vergleichen.

Wenn du dafür eine Grundlage brauchst: Hier findest du meine kostenlose Packliste für 30 bis 50 Kilometer.

Wenn du außerdem sehen möchtest, welche Ausrüstung sich bei mir auf langen Wanderungen bewährt hat, findest du hier meine Amazon-Empfehlungen rund ums Wandern und lange Strecken.

Hinweis: Bei entsprechend gekennzeichneten Links kann es sich um Affiliate-Links handeln. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich gegebenenfalls eine kleine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

14. Was sagt die Wettervorhersage?

Bei einer Veranstaltung über viele Stunden kann sich das Wetter ordentlich verändern.

Deshalb schaue ich nicht nur morgens aus dem Fenster, sondern überlege vorher, was im Laufe des Tages passieren könnte.

Wanderung bei Regen während einer langen Wanderveranstaltung
Regen nach vielen Stunden unterwegs fühlt sich anders an als ein kurzer Schauer beim Spaziergang.

Regenjacke, zusätzliche Schicht, Sonnen- oder Kälteschutz können je nach Wetter sinnvoll sein.

Und aus eigener Erfahrung würde ich bei einsetzendem Regen nicht mehr lange warten, bis ich zusätzliche Kleidung oder Regenschutz nutze. Wenn du erst komplett nass oder ausgekühlt bist, hast du dir das Leben unnötig schwer gemacht.

15. Was passiert, wenn ich nicht mehr weiter kann?

Keine besonders angenehme Frage vor dem Start. Trotzdem eine wichtige.

Gehe nicht automatisch davon aus, dass dich ein Veranstalter irgendwo an der Strecke einsammelt.

Prüfe vorher, ob es einen Shuttle oder eine Notfallnummer gibt, wo du die Strecke verlassen kannst und ob dich im Zweifel jemand abholen könnte.

Bei manchen Veranstaltungen kommst du schnell wieder in eine Ortschaft oder an einen Bahnhof. Bei anderen stehst du möglicherweise irgendwo im Wald.

Ich habe selbst schon erlebt, dass Weitergehen nicht die bessere Entscheidung gewesen wäre. Darüber habe ich ausführlicher in meinem Beitrag „LYB statt DNF – warum Aufhören kein Aufgeben ist“ geschrieben.

Ein vernünftiger Abbruch macht aus deinem Tag nicht automatisch ein Scheitern.

16. Wie komme ich nach dem Ziel nach Hause?

Dieser Punkt wird meiner Meinung nach erstaunlich oft unterschätzt.

Nach vielen Stunden bist du müde. Vielleicht ist es inzwischen dunkel. Vielleicht bist du nass. Vielleicht tun deine Füße weh.

Dann möchtest du nicht erst herausfinden, wo dein Auto steht oder ob überhaupt noch ein Zug fährt.

Prüfe deshalb vorher, wie du vom Ziel zurückkommst und ob Start und Ziel am selben Ort liegen.

Bei sehr langen Veranstaltungen würde ich außerdem kritisch überlegen, ob ich danach wirklich noch selbst eine längere Strecke Auto fahren möchte.

17. Was erwartet mich eigentlich im Ziel?

Auch hier unterscheiden sich Wanderveranstaltungen erstaunlich stark.

Manchmal bekommst du eine Medaille, manchmal ein Stirnband, eine Urkunde oder einen Pokal. Es gibt Veranstaltungen mit offizieller Zeitmessung, Fotografen und großem Zieleinlauf.

Bei anderen wartet Musik, Essen, Lagerfeuer oder eine richtige kleine Finisher-Party. Und manchmal ist das Ganze deutlich schlichter.

Zieleinlauf nach 100 Kilometern bei einer Wanderveranstaltung
Wie der Zieleinlauf aussieht, ist von Veranstaltung zu Veranstaltung unterschiedlich. Das Gefühl, dort anzukommen, bleibt trotzdem etwas Besonderes.

Wenn du gerne Erfahrungsberichte liest, findest du auf meinem Blog beispielsweise meinen Erfahrungsbericht vom 77-km-Ultramarsch in Berlin, meinen Bericht über den Mammutmarsch Nürnberg und meine Marathonwanderung im Fränkischen Seenland.

Und noch etwas: Lass dich am Start nicht verunsichern

Dieser Tipp steht normalerweise in keiner Veranstaltungsinformation und gehört für mich trotzdem unbedingt dazu.

Am Start stehen Menschen mit völlig unterschiedlicher Ausrüstung.

Die einen haben einen winzigen Rucksack und sehen aus, als hätten sie kaum etwas dabei. Andere wirken, als würden sie die nächsten drei Wochen draußen verbringen.

Manche starten unglaublich schnell. Andere lassen es ruhig angehen.

Und plötzlich fragst du dich vielleicht:

Habe ich zu viel dabei? Ist mein Rucksack zu groß? Sind meine Schuhe doch falsch? Sollte ich schneller gehen?

Lass dich davon nicht verrückt machen.

Wenn du deine Schuhe, Socken, deinen Rucksack und deine Verpflegung getestet hast, dann vertrau erst einmal darauf.

Ich würde am Veranstaltungstag möglichst nichts Neues ausprobieren. Das gilt für Ausrüstung genauso wie für Essen und Getränke.

Und vor allem: Geh dein eigenes Tempo.

Die ersten Kilometer fühlen sich meistens leicht an. Stimmung, Adrenalin und andere Teilnehmer können einen sehr schnell mitziehen.

Aber du musst nicht deren Tempo bei Kilometer 5 gehen.

Du musst dein Tempo so wählen, dass es auch viele Kilometer später noch zu dir passt.

Deine ersten 50 Kilometer stehen bevor?

In diesem Video teile ich weitere Erfahrungen und Tipps, die dir bei der Vorbereitung auf deine ersten 50 Kilometer helfen können.

→ Meine Tipps für deine ersten 50 Kilometer ansehen

Meine wichtigste Empfehlung für deine erste Wanderveranstaltung

Bereite die Dinge vor, die du beeinflussen kannst.

Informiere dich über Strecke, Navigation, Verpflegung, Wetter und Organisation. Teste deine Ausrüstung. Plane auch einen möglichen Abbruch und den Weg nach dem Ziel.

Und dann freu dich auf den Tag.

Du musst nicht erst im Ziel stolz auf dich sein.

Feier jeden Kilometer.

Noch unsicher, was in deinen Rucksack gehört?

Meine kostenlose Packliste für Wanderungen von 30 bis 50 Kilometern hilft dir dabei, deine Ausrüstung vor dem Start noch einmal in Ruhe durchzugehen.

→ Hier geht es zur kostenlosen Packliste

Wie läuft eine Wanderveranstaltung konkret ab?

Wenn du nach dieser Checkliste noch einmal Schritt für Schritt sehen möchtest, was dich vom Start bis zum Ziel erwarten kann, findest du hier mein ausführliches Video.

→ Deine erste Wanderveranstaltung: So läuft ein 30- oder 50-km-Marsch wirklich ab

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